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Was können Superfoods und gibt es regionale Alternativen?

 

© lordn AdobeStock 270991359
Superfoods liegen bei den Ernährungs- und Gesundheitstrends ganz weit vorne. Die Vorteile, die ihnen zugeschrieben werden, klingen auch verlockend: Sie vereinen viele positive Eigenschaften in sich, sind zum Beispiel reich an mehreren wichtigen Vitaminen , enthalten viele Antioxidantien oder es wird ihnen nachgesagt, dass der regelmäßige Verzehr Krankheiten vorbeugt. Im Rahmen einer gesunden Ernährung sind Superfoods deshalb schon seit einer ganzen Weile sehr beliebt.
Tatsächlich ist es aber so, dass es keine offizielle einheitliche Definition gibt, was als Superfood gelten darf und was nicht. Belastbare wissenschaftliche Daten zur Wirkung der entsprechenden Nahrungsmittel fehlen ebenfalls. Darüber hinaus handelt es sich bei vielen Superfoods um exotische Lebensmittel wie beispielsweise Avocado, Chiasamen oder Quinoa. Solche Nahrungsmittel wachsen nicht in unseren Breiten und müssen aus ihren Herkunftsländern importiert werden. Diese Lebensmittel mögen also an sich gesund sein, ihre Wirkung auf die Umwelt ist jedoch oft alles andere als positiv. Mit dem Superfood strapaziert man also die Umwelt und meist auch den Geldbeutel, denn exotische Superfoods sind in aller Regel teuer. Zudem sind Lebensmittel aus anderen Ländern häufig stärker mit Pflanzenschutzmitteln und ähnlichen Chemikalien belastet.
Auch das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion ist bei exotischen Lebensmitteln höher. Hier ist also noch ein wenig mehr Vorsicht geboten, als bei heimischen Obst- und Gemüsesorten.

Sollte man auf den Ernährungstrend also verzichten? Ganz und gar nicht, denn auch in unseren Breiten gibt es sehr viele Lebensmittel, die durch ihre positive Wirkung auf die Gesundheit durchaus mit exotischen Superfoods mithalten können. Heimische Produkte sind dabei günstiger und belasten die Umwelt deutlich weniger.
Umgekehrt gibt es unter den Superfoods auch solche, die sich prinzipiell auch bei uns anbauen lassen. Dazu zählen zum Beispiel Goji-Beeren, die sehr viel Vitamin C enthalten. Ähnlich hoch ist der Vitamin-C-Gehalt in schwarzen Johannisbeeren, sogar Zitrusfrüchte wie Orangen werden davon übertroffen. Wenn man Spaß am Gärtnern hat, kann man einfach ausprobieren, Goji-Beeren selbst anzubauen.

Bei den heimischen Beeren finden sich viele Sorten, die sich hinter Superfoods nicht verstecken müssen. Die exotischen Acai-Beeren verfügen zum Beispiel über einen hohen Gehalt an Anthocyanen, also blauen Pflanzenfarbstoffen. Diese Stoffe schützen den Körper vor Oxidationsprozessen. Ein hoher Anteil an Anthocyanen findet sich jedoch auch in schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren, Holunderbeeren und Heidelbeeren. Weitere Obst- und Gemüsesorten aus unseren Breiten mit Anthocyanen sind Kirschen, blaue Trauben und Rotkohl.
In Heidelbeeren steckt auch sehr viel Magnesium und Kalzium. Sie enthalten sogar mehr Vitamin C als Acai-Beeren, die Menge der Vitamine E und A ist bei beiden Beeren ähnlich. Heidelbeeren sind also ein echtes Superfood und wachsen auch bei uns.
Holunderbeeren enthalten nicht nur Anthocyane, sondern dazu noch Folsäure und Vitamin C, Brombeeren sind gute Lieferanten für die Vitamine E und A.
Himbeeren gehören ebenfalls zu den heimischen Lieferanten vieler wichtiger Nährstoffe. Was Vitamine betrifft, so enthalten die Beeren vor allem solche aus der B-Gruppe und Vitamin C; sie haben aber auch einen sehr hohen Eisengehalt. Darüber hinaus enthält die Himbeere Magnesium und Kalzium.

Andere heimische Obst- und Gemüsesorten, die reich an bestimmten Vitaminen sind, sind zum Beispiel grüne Bohnen, Petersilie und Haselnüsse. Haferflocken enthalten dagegen viel Zink und Magnesium und zudem noch einiges an Ballaststoffen.
Ungesättigte Fettsäuren, die gut für das Herz-Kreislauf-System sind, sind zwar reichlich in der Avocado vorhanden. Noch mehr davon stecken jedoch in Walnüssen. Quinoa ist zwar ein Lebensmittel mit vielen Proteinen und Eisen, dieselbe Kombination von Nährstoffen ist aber tatsächlich auch in Hirse enthalten.
Sehr gesund sind auch Omega-3-Fettsäuren. Diese stecken in Chia-Samen, aber außerdem auch in Leinsamen. Hier sollte man beim Kauf jedoch darauf achten, dass der Leinsamen nicht importiert wurde. Chia-Samen gelten auch deshalb als Superfood, weil sie reich an Vitamin C und E sind. Das trifft jedoch auf Hagebutten, Äpfel oder Tomaten ebenso zu.

Wer Superfoods, in denen besonders viele gesunde Nährstoffe stecken, in seiner Ernährung nicht missen möchte, findet also zahlreiche Alternativen direkt vor der Haustür. So kann man gesund essen und gleichzeitig noch etwas für die Umwelt tun.
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